Der Fall:

Nachdem ursprünglich das Abwasser des Anwesens der Kläger über eine Sickergrube auf den Grundstück entsorgt wurde, erfolgte ein Anschluss an die öffentliche Abwasserentsorgungsanlage. Der Abwasserzweckverband erhob dafür von den Klägern einen als Baukostenzuschuss bezeichneten Betrag in Höhe von knapp 4.000,00 €. Der Kläger machte einen geschätzten Lohnanteil von 2.338,00 € als Handwerkerleistung steuerlich geltend. Das Finanzgericht gab dem statt.

Der Fall landete jedoch in letzter Instanz vor dem Bundesfinanzhof (BFH). 

Die Entscheidung:

Grundsätzlich kann sich die tarifliche Einkommensteuer um 20 %, maximal jedoch in Höhe von 1200,00 €) der Arbeitskosten für bestimmte in Anspruch genommene Handwerkerleistungen ermäßigen. Vom BFH wurde bereits entschieden, dass dies auch für Handwerkerleistungen gilt, die außerhalb der Grundstücksgrenze auf öffentlichem Grund erbracht werden für die Verbindung des Wasser-Verteilungsnetzes mit der Anlage des Grundstückseigentümers. Voraussetzung ist, dass die Handwerkerleistung dabei aber im unmittelbaren räumlichen Zusammenhang zum Haushalt durchgeführt werden und dem Haushalt des Steuerpflichtigen dienen muss.

Einen solchen Zusammenhang hatte der BFH beim Ausbau des allgemeinen Versorgungsnetzes nicht gesehen. Nach der Argumentation des BFH komme der Ausbau des allgemeinen Versorgungsnetz nicht nur einzelnen Grundstückseigentümern, sondern vielmehr allen Nutzern des Versorgungsnetzes zugute. 

Quelle: Urteil des BFH v. 21.02.2018, Aktenzeichen  VI R 18/16 via beck-online