Der Fall:

Der Kläger kaufte ein Einfamilienhaus für 392.500,00 €. Im notariellen Kaufvertrag wurde vereinbart, dass von dem Kaufpreis 9.500,00 € auf die mitverkaufte Einbauküche sowie Markisen entfielen. Das Finanzamt erhob auch auf diesen Teilbetrag Grunderwerbsteuer mit der Argumentation, dass der Preis für diese gebrauchten Gegenstände zu hoch sei. Es vertrat die Auffassung, dass es den Klägern nur darum gegangen sei, Grunderwerbsteuer zu sparen.

Die Entscheidung:

Das Finanzgericht Köln (FG) sah dies jedoch anders. Die mitverkauften Gegenstände hätten berücksichtigt werden müssen. Dies gelte jedenfalls dann, wenn keine Zweifel an der Angemessenheit der Preise bestünden. Es sei Sache des Finanzamtes, nachzuweisen, dass für die beweglichen Gegenstände keine realistischen Verkaufswerte angesetzt worden seien. Für solche steuernbegründende Umstände trage das Finanzamt die Feststellungslast. Schließlich führte das FG noch auf,  dass zur Ermittlung des Wertes weder amtliche Abschreibungstabellen, noch die auf Verkaufsplattformen für gebrauchte und ausgebaute Gegenstände geforderten Preise als Vergleichsmaßstab geeignet seien.

Quelle: Pressemitteilung des FG Köln v. 20.07.2018 via juris

Fazit: Es kommt nicht selten vor, dass bei einem Hausverkauf Gegenstände mitverkauft werden. Dabei sollte jedoch beachtet werden, dass realistische Kaufpreise angesetzt werden.